
Neu beim TSV Aschbach ist
nicht nur Trainer Udo Becker (rechts), sondern auch die Spieler
Sebastian Wiemer, Alexander Schäfer und Michael Schindler (von links).
Bild: Kopetzky
Udo Becker hat im vergangenen Jahr
durchaus etwas gefehlt, daraus macht er keinen Hehl. "Wenn man es
gewohnt ist, jeden Sonntag irgendwo auf einem Sportplatz zu sein, dann
vermisst man es schon irgendwie", sagt der neue Coach des
Fußball-Kreisoberligisten TSV Aschbach.
Mit Becker trat ein "Urgestein" von
Starkenburgia Heppenheim die Nachfolge des Interims-Spielertrainerduos
Michael Weihrauch/Manuel Fink an, das nach dem überraschenden Rücktritt
von Udo Flächsenhaar während der vergangenen Saison die Übungsleitung
übernahm. Am Ende absolvierten die Überwälder in ihrem ersten Jahr nach
dem Aufstieg aus der Kreisliga A eine sehr ordentliche und sorgenfreie
Saison im Bergsträßer Oberhaus.
Neue Ziele später stecken
Sorgenfrei soll Beckers Debütsaison in
Aschbach auch werden, wenn es nach seinen Vorstellungen geht: "Wir
wollen zunächst einmal zusehen, dass wir uns bis zur Winterpause
möglichst weit von den Abstiegsplätzen entfernt haben, danach kann man
sich neue Ziele stecken." Es gibt ein Vorhaben, das nicht unmittelbar
mit der Platzierung in der Tabelle korrespondiert, möglicherweise aber
doch merklichen Einfluss auf diesen haben kann: Es ist die hohe Anzahl
an Gegentreffern, die Becker ein Dorn im Auge sind.
Satte 90 Mal schlug der Ball in der
vergangenen Saison im Kasten des Tabellenachten ein. Nur Absteiger FSV
Zotzenbach musste mehr Gegentreffer hinnehmen. Nur aufgrund der
bemerkenswerten Offensivausbeute - mit 79 Treffern waren die Aschbacher
Angreifer die zweiterfolgreichsten der Kreisoberliga - blieb es dem TSV
erspart, öfter mal mit leeren Händen dazustehen. "Da müssen wir schauen,
dass die Gegentreffer reduziert werden - und zwar drastisch", macht
Becker deutlich, dass dies ein wichtiges Anliegen von ihm ist.
Taktische Disziplin und eine hohe
Laufbereitschaft soll die Basis darstellen, dass die Einschläge im
eigenen Kasten minimiert werden. "Ich habe meine Vorstellung
weitergegeben, jetzt gilt es eben, diese in die Tat umzusetzen",
verdeutlicht Becker, dessen Ideen mit denen der Vereinsverantwortlichen
offenkundig recht deckungsgleich sind, denn es hat nicht lang gedauert,
bis sich der TSV und Becker auf eine Zusammenarbeit geeinigt hatten:
"Viele Aschbacher kenne ich ja noch aus meiner aktiven Zeit sehr gut,
weshalb mir auch frühzeitig klar war, dass es sich um Personen handelt,
mit denen man sehr gut zusammenarbeiten kann."
Das Gros des Kaders konnte gehalten und
somit ein größerer personeller Umbruch vermieden werden. Von der
Stammformation haben sich lediglich Torwart Christian Birn (zum FC
Ober-Abtsteinach) und Manuel Selzer (Eintracht Wald-Michelbach)
verabschiedet. Dafür steht auf der Position zwischen den Pfosten wieder
Gerhard Sauerwein zur Verfügung, der sich nach langer Verletzungspause
wieder voll im Training befindet. "Ich bin froh, dass mir ein so
zuverlässiger und erfahrener Torwart wie Gerhard Sauerwein zur Verfügung
steht", hält Becker viel von den Fangkünsten seines Keepers.
Klar ist aber auch, dass der TSV
weiterhin nur über einen kleinen Kader verfügt, weshalb man darauf
hoffen muss, von größeren Verletzungssorgen verschont zu bleiben.
"Sicher ist unser Kader überschaubar und es darf nicht viel passieren.
Doch wir alle sind uns diesem Umstand bewusst und außerdem gibt es auch
noch einige Spieler der zweiten Mannschaft, die immer wieder bei der
Ersten anklopfen", lässt Becker durchblicken, dass er im Bedarfsfall
oder bei entsprechender Leistung gern gewillt ist, Spieler der zweiten
Garnitur nach oben zu ziehen.
Der TSV-Trainer kann sich vorstellen,
dass es in dieser Saison einige Mannschaften geben wird, die sich
aufmachen, um an der Spitze mitzuspielen. "Ich gehe davon aus, dass es
vier, fünf Mannschaften geben wird, die sich um den zweiten Platz
streiten werden", sagt Becker und macht damit in einem Atemzug deutlich,
dass er den ersten Platz bereits im Vorfeld für vergeben hält. Aus
seiner Sicht wird Aufsteiger FC Einhausen klar das Meisterrennen und
somit den Durchmarsch machen. "Wenn man sieht, mit welcher Mannschaft
der FC Einhausen antritt, dann wäre alles andere als die Meisterschaft
eine faustdicke Überraschung", meinte der Aschbacher Trainer. |