TSV 1896 Aschbach
Hier spielt man aus Freude am Fussball!!!


Neu beim TSV Aschbach ist nicht nur Trainer Udo Becker (rechts), sondern auch die Spieler Sebastian Wiemer, Alexander Schäfer und Michael Schindler (von links). Bild: Kopetzky

Udo Becker hat im vergangenen Jahr durchaus etwas gefehlt, daraus macht er keinen Hehl. "Wenn man es gewohnt ist, jeden Sonntag irgendwo auf einem Sportplatz zu sein, dann vermisst man es schon irgendwie", sagt der neue Coach des Fußball-Kreisoberligisten TSV Aschbach.

Mit Becker trat ein "Urgestein" von Starkenburgia Heppenheim die Nachfolge des Interims-Spielertrainerduos Michael Weihrauch/Manuel Fink an, das nach dem überraschenden Rücktritt von Udo Flächsenhaar während der vergangenen Saison die Übungsleitung übernahm. Am Ende absolvierten die Überwälder in ihrem ersten Jahr nach dem Aufstieg aus der Kreisliga A eine sehr ordentliche und sorgenfreie Saison im Bergsträßer Oberhaus.

Neue Ziele später stecken

Sorgenfrei soll Beckers Debütsaison in Aschbach auch werden, wenn es nach seinen Vorstellungen geht: "Wir wollen zunächst einmal zusehen, dass wir uns bis zur Winterpause möglichst weit von den Abstiegsplätzen entfernt haben, danach kann man sich neue Ziele stecken." Es gibt ein Vorhaben, das nicht unmittelbar mit der Platzierung in der Tabelle korrespondiert, möglicherweise aber doch merklichen Einfluss auf diesen haben kann: Es ist die hohe Anzahl an Gegentreffern, die Becker ein Dorn im Auge sind.

Satte 90 Mal schlug der Ball in der vergangenen Saison im Kasten des Tabellenachten ein. Nur Absteiger FSV Zotzenbach musste mehr Gegentreffer hinnehmen. Nur aufgrund der bemerkenswerten Offensivausbeute - mit 79 Treffern waren die Aschbacher Angreifer die zweiterfolgreichsten der Kreisoberliga - blieb es dem TSV erspart, öfter mal mit leeren Händen dazustehen. "Da müssen wir schauen, dass die Gegentreffer reduziert werden - und zwar drastisch", macht Becker deutlich, dass dies ein wichtiges Anliegen von ihm ist.

Taktische Disziplin und eine hohe Laufbereitschaft soll die Basis darstellen, dass die Einschläge im eigenen Kasten minimiert werden. "Ich habe meine Vorstellung weitergegeben, jetzt gilt es eben, diese in die Tat umzusetzen", verdeutlicht Becker, dessen Ideen mit denen der Vereinsverantwortlichen offenkundig recht deckungsgleich sind, denn es hat nicht lang gedauert, bis sich der TSV und Becker auf eine Zusammenarbeit geeinigt hatten: "Viele Aschbacher kenne ich ja noch aus meiner aktiven Zeit sehr gut, weshalb mir auch frühzeitig klar war, dass es sich um Personen handelt, mit denen man sehr gut zusammenarbeiten kann."

Das Gros des Kaders konnte gehalten und somit ein größerer personeller Umbruch vermieden werden. Von der Stammformation haben sich lediglich Torwart Christian Birn (zum FC Ober-Abtsteinach) und Manuel Selzer (Eintracht Wald-Michelbach) verabschiedet. Dafür steht auf der Position zwischen den Pfosten wieder Gerhard Sauerwein zur Verfügung, der sich nach langer Verletzungspause wieder voll im Training befindet. "Ich bin froh, dass mir ein so zuverlässiger und erfahrener Torwart wie Gerhard Sauerwein zur Verfügung steht", hält Becker viel von den Fangkünsten seines Keepers.

Klar ist aber auch, dass der TSV weiterhin nur über einen kleinen Kader verfügt, weshalb man darauf hoffen muss, von größeren Verletzungssorgen verschont zu bleiben. "Sicher ist unser Kader überschaubar und es darf nicht viel passieren. Doch wir alle sind uns diesem Umstand bewusst und außerdem gibt es auch noch einige Spieler der zweiten Mannschaft, die immer wieder bei der Ersten anklopfen", lässt Becker durchblicken, dass er im Bedarfsfall oder bei entsprechender Leistung gern gewillt ist, Spieler der zweiten Garnitur nach oben zu ziehen.

Der TSV-Trainer kann sich vorstellen, dass es in dieser Saison einige Mannschaften geben wird, die sich aufmachen, um an der Spitze mitzuspielen. "Ich gehe davon aus, dass es vier, fünf Mannschaften geben wird, die sich um den zweiten Platz streiten werden", sagt Becker und macht damit in einem Atemzug deutlich, dass er den ersten Platz bereits im Vorfeld für vergeben hält. Aus seiner Sicht wird Aufsteiger FC Einhausen klar das Meisterrennen und somit den Durchmarsch machen. "Wenn man sieht, mit welcher Mannschaft der FC Einhausen antritt, dann wäre alles andere als die Meisterschaft eine faustdicke Überraschung", meinte der Aschbacher Trainer.