
Ein echter "Starkenburgianer"
für den TSV Aschbach: Der Heppenheimer Udo Becker übernimmt das
Traineramt.
Udo Becker setzt in der Defensive an
Groß umgewöhnen müssen sich die Fußballer des TSV
Aschbach nicht, wenn sie künftig ihren Trainer rufen: Auf Udo folgt
wieder Udo. Der Heppenheimer Udo Becker (45) übernimmt in der kommenden
Saison das Traineramt beim Kreisoberligisten. Nachdem der langjährige
Coach Udo Flächsenhaar sein Amt niedergelegt hatte, führen derzeit noch
die beiden Spieler Michael Weihrauch und Manuel Fink als Interimstrainer
die Saison zu Ende.
Udo Becker, der immerhin acht Jahre Trainer bei
Starkenburgia Heppenheim war und zuvor als Spieler in der Abwehr oder im
defensiven Mittelfeld seinen Mann bei den Kreisstädtern stand, kennt den
TSV Aschbach schon lange - und umgekehrt. Beide Seiten waren sich nach
einem Gespräch schnell einig geworden.
Bekannte Gesichter
"Es ist schön, dass im TSV-Spielaussschuss mit Marco
Weihrauch, Bernd Jäger oder Achim Getrost Leute sind, gegen die ich
früher selbst noch gespielt habe", sagte Becker, der sich auf Anhieb
wohl fühlte. Das beruht auf Gegenseitigkeit, wie Marco Weihrauch
bestätigt: "Für Udo Becker gab es immer nur Heppenheim. Ich denke, dass
er als Vereinsmensch sehr gut zu uns passt. Beim TSV wird die
Kameradschaft groß geschrieben." Dass der Zusammenhalt manchmal Berge
versetzen kann, zeigen gerade die Leistungen der Spieler nach dem
Rücktritt von Udo Flächsenhaar. "Bis auf das 1:5 gegen die Starkenburgia,
was immer mal passieren kann, stimmen die Ergebnisse. Wir haben viele
Verletzte und trotzdem steht die Mannschaft stabil", freut sich Marco
Weihrauch.
Udo Becker legte in dieser Saison eine Pause ein,
nachdem die Starkenburgia Harald Franck zum Cheftrainer befördert hatte.
Die freie Zeit tat ihm gut, meint Becker, doch es habe wieder gejuckt:
"Wenn man sonntags schon immer Fußball hatte, fehlt einem etwas." Als
Zuschauer schaute sich Becker einige Spiele an, "aber nur dort, wo es
nicht gebrannt hat." Er mochte es nicht, gleich als neuer Trainer
gehandelt zu werden, wenn er sich nur irgendwo auf dem Sportlatz blicken
ließ: "Das ist für den Trainerkollegen nicht schön und auch mir
unangenehm."
Die Fahrt in den Überwäld nimmt Becker für die
"reizvolle Aufgabe" gerne in Kauf: "Ein Arbeitskollege fährt jeden Tag
von Hammelbach nach Bensheim. Da habe ich mir gedacht, dass ich auch
dreimal in der Woche ins Training nach Aschbach fahren kann."
In der Kreisoberliga etablieren
Die Vorgabe des TSV Aschbach an den neuen Mann wird
sein, die Mannschaft auf Dauer in der Kreisoberliga zu etablieren. Man
darf angesichts der tollen Saison nicht vergessen, dass die Überwälder
erst wieder aufgestiegen sind. und manchmal ist ja das zweite Jahre am
schwersten.
"Wir haben viele junge Spieler, die gerade im
taktischen Bereich noch viel lernen können", meint Marco Weihrauch.
Konkreter wird da schon Udo Becker. "Aschbach hat eine überragende
Offensive. Aber 66:67 Tore sprechen eine deutliche Sprache. Es ist
leichter, mit der Mannschaft gemeinsam die Defensive zu stärken, als
sich irgendwo Torjäger zu suchen", weiß Becker, wo er die Hebel ansetzen
muss. Natürlich wecke die starke Saison, derzeit Platz sechs, sogar noch
mit Kontakt zum Relegationsplatz, eine Erwartungshaltung. Becker: "Das
ist ein Maßstab, und ich will nicht schlechter sein." |